Finanzierung

Die Frage, wie man sein Studium mit Kind finanzieren kann, hängt sehr stark von dem jeweiligen Studierendenstatus ab. Darum sind die möglichen Hilfen in drei Bereiche: Allgemein, für Studierende im Urlaubssemester und normal Immatrikulierte unterteilt.

 

Kindergeld     Zur Antragstellung
Wie alle Eltern haben auch Studierende einen Kindergeldanspruch für ihre Kinder unter 18 Jahren. Wenn man die Geburtsurkunde erhalten hat, bekommt man auch eine Bescheinigung für die Familienkasse, bei der man das Kindergeld beantragt. Oft erhält man das erste Kindergeld dann ab dem 3.Lebensmonat des Kindes inkl. einer Nachzahlung für die vorhergehenden Monate.

Mutterschaftsgeld   Zur Antragstellung
Mutterschaftsgeld wird für pflichtversicherte Mitglieder der gesetzlichen Kranken­kasse während der Mutterschutzfristen vor und nach der Entbin­dung gezahlt. kann frühestens sieben Wochen vor dem mut­maßlichen Entbindungstermin bei der eigenen Krankenkasse beantragt werden, da die nötige ärztliche Bescheinigung frühestens eine Woche vor Beginn der Schutzfrist ausgestellt werden darf. Das Mutterschaftsgeld beträgt max. 13 € pro Tag. Übersteigt der Lohnausfall 390 Euro, dann muss der Arbeitgeber die Differenz zahlen.

Studierende, die nur eine geringfügige Beschäftigung ausüben, erhalten vom Bundesversicherungsamt einmalig insgesamt 210 € Mutterschaftsgeld. Wenn der Lohnausfall in der Mutterschutzfrist höher als 390 € ist, dann muss auch in diesem Fall der Arbeitgeber die Differenz zahlen. Mehr Infos zum Mutterschutzgesetz gibts hier.

Unterhalt/ Unterhaltsvorschuss     Zur Antragstellung
Kinder von alleinerziehenden Müttern bzw. Vätern haben gegenüber dem anderen Elternteil einen Unterhaltsanspruch. Wenn dieser nicht erfüllt wird, so können Alleinerziehende für maximal 72 Monate Unterhaltsvorschuss beantragen. Dieser beträgt für ein bis zu 5-jähriges Kind 133 € und für Kinder bis 11 Jahre 180€ monatlich. Den Unterhaltsvorschuss muss der/die Unterhaltspflichtige später an die Stadt zurückzahlen. Bedingung ist, dass man alleinerziehend ist und die Bemühungen um Unterhalt seitens des anderen Elternteils zu bekommen, erfolglos waren.

Leistungen für Bildung und Teilhabe     Zur Antragstellung
Für seine Kinder kann man Leistungen zur Bildung und Teilhabe beim städtischen Sozialamt beantragen. So können die Kosten der Essensversorgung in Hort und Kindertagesstätten (bis auf einen Eigenbeitrag von 1€/ Mittagessen) erstattet werden. Auch für Schulausflüge, Schulmaterial, Nachhilfe oder die Mitgliedschaft in einem Sport- oder Freizeitverein können unterstützt werden. Bedingung für den Hilfebezug ist der Bezug von Arbeitslosengeld 2, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag.

Leipzig-Pass     Zur Antragstellung
Ebenfalls kann man sich und seinem Kind einen Leipzig-Pass ausstellen lassen. Mit diesem bekommt ihr dann in städtischen Einrichtungen (Zoo, Stadtbücherei, Schwimmbäder, auch Oper und Gewandhaus & städtische Museen) bis zu 50% ermäßigten Eintritt habt. Beantragen kann man den Leipzig-Pass bei den Bürgerämtern der Stadt Leipzig.

Elterngeld     Zur Antragstellung
Elterngeld gibt es für die ersten zwölf Lebensmonate des Kindes. Zwei zusätzliche Partnermonate kommen hinzu, wenn sich auch der Partner Zeit für das Kind nimmt und eine Erwerbstätigkeit reduziert oder aussetzt. 65 Prozent des früheren monatlichen Netteinkommens werden ersetzt. Für das Elterngeld gilt eine Obergrenze von 1800 Euro monatlich, mindestens aber 300 Euro. Man kann sich die Summe des Elterngelds auch innerhalb von 24 Monaten auszahlen lassen. Maßgeblich für die Berechnung ist das durchschnittliche Nettoeinkommen in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt. Mutterschutzfristen und Zeiten mit Elterngeldbezug bleiben ausgespart. Väter und Mütter, die zwar zur Kinderbetreuung ihre Berufstätigkeit reduzieren, aber mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten, haben keinen Anspruch. Das Elterngeld selbst wird nicht versteuert, erhöht aber ggf. den Steuersatz.

PARTNERMONATE: Ein Elternteil kann maximal für zwölf Monate Elterngeld erhalten. Zwei Partnermonate kommen hinzu, wenn der andere Elternteil in dieser Zeit die Kinderbetreuung übernimmt und dazu seine Erwerbstätigkeit einschränkt oder unterbricht. Die 14 Monate können ansonsten zwischen Vater und Mutter frei aufgeteilt werden.
MINDESTBETRAG: Wer kein Erwerbseinkommen hat wie Arbeitslose oder Hausfrauen [oder Studenten], erhält einen Mindestbetrag von 300 Euro im Monat. Dieser Betrag wird allerdings bei einem Arbeitslosengeld-II-Bezug komplett angerechnet.
GERINGVERDIENERZUSCHLAG: Für Geringverdiener gibt es ein erhöhtes Elterngeld. Liegt das zugrunde liegende Nettoeinkommen unter 1000 Euro monatlich, kann der übliche Einkommensersatz von 65 Prozent auf bis 100 Prozent des Nettoeinkommens wachsen.
ALLEINERZIEHENDE: Weil Alleinerziehende die Erziehung des Kindes ohne Partner bewältigen, können Sie die zwei Partnermonate zusätzlich zu ihren zwölf Monaten in Anspruch nehmen, wenn sie in dieser Zeit ihre Erwerbstätigkeit reduzieren und das alleinige Sorgerecht oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind haben.
GESCHWISTERBONUS: Wird ein zweites Kind innerhalb von 36 Monaten nach der Geburt des ersten Kindes geboren, werden zusätzlich zum Elterngeld zehn Prozent des Betrages, mindestens aber 75 Euro, mehr gezahlt. Der Aufschlag wird gezahlt, bis das ältere Kind 36 Monate alt ist oder, bei zwei älteren Geschwistern, bis das älteste Kind sechs Jahre alt ist.

Landeserziehungsgeld     Zur Antragstellung
Nach Auslaufen des Elterngeldanspruchs gibt es für Eltern in Sachsen noch das Landeserziehungsgeld. Bei Inanspruchnahme im 2. Lebensjahr beträgt das Landeserziehungsgeld für das 1. Kind 150 Euro für 5 Monate, das 2. Kind 200 Euro für 6 Monate und ab dem 3. Kind 300 Euro für 7 Monate. Bei Inanspruchnahme im 3.Lebensjahr des Kindes verlängert sich der Bezugszeitraum für das 1. bzw. 2.Kind auf 9 Monate und für ein drittes Kind auf 12 Monate. Das Landeserziehungsgeld ist einkommensabhängig. Das Jahresnettoeinkommen darf die Grenze von 17.100 Euro (bei Verheirateten und nichtehelichen Lebensgemeinschaften) bzw. 14.100 Euro bei Alleinerziehenden; jeweils plus 3.140 Euro je weiteres Kind, nicht übersteigen. Darüber hinaus wird der Zahlungsbetrag gemindert. Bei gleichzeitiger Inanspruchnahme eines Kita-Platzes wird  Landeserziehungsgeld nur dann gezahlt, wenn man an einer Hochschule studiert oder sonst in Ausbildung ist.

  

BAföG     Zur Antragstellung
Grundsätzlich ist für den Anspruch auf BAföG das Einkommen eurer Eltern maßgeblich. Studierende mit Kind erhalten jedoch für das 1.Kind 113 €, und für das 2.Kind 85 € Kinderbetreuungszuschlag zusätzlich. Insgesamt erhöht sich damit bei der BAföG-Berechnung euer Bedarf, sodass ihr auch bei bisher versagtem BAföG aufgrund zu hohen Elterneinkommens nun möglicherweise einen kleinen Anspruch habt. Dazu ist die Anlage 2 zu Formblatt 1 auszufüllen. Wichtig ist bei laufendem BAföG-Bezug einen formlosen Antrag bereits im Geburtsmonat des Kindes zu stellen. Der Kinderbetreuungszuschlag wird zudem als Vollzuschuss geleistet.
Zudem gibt es Ausgleiche für zeitliche Belastungen für Schwangerschaft und Kindererziehung. Es gibt folgende Verlängerungen der BAföG-Förderung:
– Wenn man während der Schwangerschaft nicht beurlaubt war: 1 Semester
– bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres des Kindes: ein Semester pro Lebensjahr des Kindes (wenn man selbst nicht beurlaubt war)
– für das 6. und 7. Lebensjahr des Kindes: insgesamt 1. Semester
– für das 8. Bis 10. Lebensjahr des Kindes: insgesamt 1. Semester
Wichtig dabei ist, dass der Zeitaufwand für die Kindererziehung nachvollziehbar sein muss. Eine entsprechende Begründung ist dem BAföG-Amt vorzulegen. Die Verlängerung der Förderung sollte ca. zwei Monate vor Ablauf der Förderungshöchstdauer beantragt werden. Die Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus muss nicht zurückgezahlt werden. Diese Regelungen gelten auch hinsichtlich der zur Zwischenprüfung zu erbringenden Leistungsnachweise.

Wohngeld     Zur Antragstellung
Sobald Studierende mit einem Kind im Haushalt leben, können sie auch Wohngeld erhalten. Die Höhe bemisst sich nach dem Einkommen und der Höhe der Bruttokaltmiete. Da beispielsweise Stipendien und BAföG nur zur Hälfte angerechnet werden, ergibt sich häufig ein unerwartet hoher Betrag. Allerdings sind Bezieher von Arbeitslosengeld 2 und Sozialgeld vom Wohngeld ausgeschlossen. Bekommt man Sozialgeld nur für das Kind, dann erhält man zumindest den Teil des Wohngelds für sich (welcher jedoch u.U. beim Sozialgeld angerechnet werden kann).

Sozialgeld     Zur Antragstellung
Sozialgeld entspricht dem Arbeitslosengeld 2 und wird für nicht erwerbsfähige Personen, z.B. Kinder gezahlt. Dieses kann man auch für das Kind beantragen, wenn man selbst keinen Anspruch darauf hat. Kinder bis 5 Jahre erhalten 215 EUR, zwischen 6 und 14 Jahren erhält man 251 EUR und für Kinder zwischen 14 und 17 Jahren 287 EUR. Dazu kommt noch der Mietanteil. Allerdings wird auch das Kindergeld und möglicher Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss angerechnet. Wichtig ist auch: Übersteigt das Geldvermögen der Eltern eine Grenze von 150€/Lebensjahr, dann muss erst das Vermögen verbraucht werden.

Arbeitslosengeld 2    Zur Antragstellung
Studierende im Urlaubssemester haben Anspruch auf Unterstützung nach SGB II („Arbeitslosengeld 2“). Wenn man wegen Schwangerschaft oder Kindererziehung im Urlaubssemester ist und offiziell keine Prüfungsleistungen erbringt, ist der Bezug i.d.R. problemlos möglich. Bis zu einem Kindesalter von 3 Jahren müssen Eltern auch nicht dem Arbeitsmarkt zur Vermittlung stehen. Die gezahlten Regelleistungen betragen ab 01.01.2012:

– für Alleinstehende 374 EUR
– für Partner 328 EUR
– für Kinder bis 5 Jahre 215 EUR
– für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren 251 EUR
– und für Kinder zwischen 14 und 17 Jahren 287 EUR.

Dazu kommt ein Mehrbedarfszuschlag für Schwangere in Höhe von 17 % des persönlichen Regelsatzes ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zum Ende der Schwangerschaft. Alleinerziehende erhalten ab der Geburt des ersten Kindes auch einen Mehrbedarfszuschlag von 36 % des eigenen Regelsatzes. Um dies zu erhalten, muss man entweder ein Kind unter sieben oder zwei bzw. drei Kinder unter 16 Jahren haben. Ab vier Kindern beträgt der Zuschlag 60 %. Des Weiteren übernimmt die Arbeitsagentur die Unterkunftskosten, sprich Miete und Heizung. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Miethöhe angemessen ist. Sollte dies nicht der Fall sein, ist man gezwungen, sich eine billigere Wohnung zu suchen oder einen Teil der Miete aus dem Regelsatz zu begleichen. Der Richtwert für Leipzig beträgt 6,57 Euro/qm. Je nach zulässiger Wohnungsgröße für den Haushalt ergeben sich folgende Obergrenzen, die nicht überschritten werden sollten:

Anzahl
Personen

Zulässige

Grundmiete
je m²

Heizkosten
je m²

Nebenkosten
je m²

Gesamt je m²

Kosten der
Unterkunft

1

45

4,22 €

1,15 €

1,20 €

6,57 €

295,65 €

2

60

4,22 €

1,15 €

1,20 €

6,57 €

394,20 €

3

75

4,22 €

1,15 €

1,20 €

6,57 €

492,75 €

4

85

4,22 €

1,15 €

1,20 €

6,57 €

558,45 €

Für zusätzliche Personen im Haushalt sind jeweils 10 Quadratmeter mehr zulässig. Die Obergrenze steigt entsprechend. Einmalige Zahlungen werden nur in besonderen Fällen gewährt, und wenn dann oft als Darlehen. Dies kann etwa der Fall sein, wenn die Waschmaschine kaputt ist und kein Erspartes verfügbar ist. Wichtig ist allerdings auch: Übersteigt das eigene Geldvermögen eine Grenze von 150€/Lebensjahr, dann muss erst das Vermögen verbraucht werden. Auch Einkommen wird i.d.R. auf den Bedarf angerechnet. Dies gilt auch für das Elterngeld.

Schließlich soll noch auf das Antragsprozedere hingewiesen werden. Die Anträge Auf Arbeitslosengeld sind sehr kompliziert und weniger für Studierende konzipiert. Es werden sehr viele Nachweise verlangt. Aus Unkenntnis der Sachlage werden Studierende von den SachbearbeiterInnen manchmal direkt abgewiesen. Lasst Euch davon nicht abschrecken und gebt euren Antrag ab, zur Not erstmal formlos.

Wohngeld     Zur Antragstellung
Wenn man Arbeitslosengeld 2 bezieht, kann man auch dazu aufgefordert werden, andere Leistungen wie Unterhaltsvorschuss oder Wohngeld zu beantragen. Möglicherweise ergibt sich aufgrund der weniger strengen Einkommensanrechnung und bei der Kombination mit dem Kindergeldzuschlag sogar Einkommensvorteile. Die Höhe des Wohngelds bemisst sich nach dem Einkommen und der Höhe der Bruttokaltmiete. Da beispielsweise Stipendien und BAföG nur zur Hälfte angerechnet werden, ergibt sich häufig ein unerwartet hoher Betrag. Allerdings sind Bezieher von Arbeitslosengeld 2 und Sozialgeld vom Wohngeld ausgeschlossen.
Wenn man kein Arbeitslosengeld 2 beantragen möchte und nur mit dem Wohngeld auskommen möchte, ist jedoch zu berücksichtigen, dass Haushalte, die ein unrealistisch niedriges Einkommen haben, ebenfalls Wohngeld versagt werden kann.

Kindergeldzuschlag  Zur Antragstellung
Wenn ihr im Urlaubssemester Geld verdient und eine Mindesteinkommensgrenze von 600 € bzw. 900 € erreicht, dann kann es gut sein, dass ihr einen sehr geringen Anspruch auf Arbeitslosengeld 2 habt. In diesem Fall gibt es auch noch den Kindergeldzuschlag. Dessen Höhe ergibt sich aus einer komplizierten Anrechnung des Einkommens. Maximal werden pro Kind 140 € gewährt. Besonderheit dieser Leistung ist, dass sie ein wenig unkomplizierter zu beantragen ist als das Arbeitslosengeld 2. Allerdings gelten die gleichen Vermögensfreigrenzen.